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| Matthias Dressel |
Eingetragen am 03.09.2010, um 22:04 |
An Vogtlandradler:
Ich bin nicht nur einmal im Jahr im Vogtland und komme auch durch Treuen. Ich trauere auch den Ost-Zeiten nicht nach Was aber hier nach der Wende so "historisch" umgekrempelt wurde, das ist oft schon ein starkes Stück. In Berlin gibt es eine Karl-Max-Allee (Ost) und eine Karl-Marx-Straße (West). In Treuen machte man aber Nägel mit Köpfen und sägte den guten alten Karl gleich ganz ab. Pfui-Teufel, den der Mann hatte immerhin mit dem recht, was heute in Deutschland gang und gebe ist und über das alle, ja alle doch meckern, auch wenn sie keine Hartz-IV-Empfänger sind. eigentlich hätte man ja auch die Albrecht-Dürer-Straße wieder in Reiher-Straße umbenennen müssen - die hieß ja auch mal Mutschmann-Straße - nach dem Gauleiter von Sachsen, Mutschmann. Die Straße der Jugend hieß ja wohl auch mal Opitz-Straße, wenn ich mich nicht irre.
Was den Straßenzustand in Treuen betrifft, dann kann ich nur sagen: Schaut bloß nicht auf die Friedensstraße oder die Wetzelsgrüner Straße. Das ist heute noch schlimmer als alte DDR-Tradition. Würde ich heute noch mit meinem Rennrad da lang fahren, dann hätte ich mir mit Sicherheit nicht nur eine Felge zu Schrott gefahren. Und dass die schöne neue Pflasterstraße in der Innenstadt schon Wellen aufweist, das kommt mit Sicherheit nicht vom Schwerverkehr, sondern riecht eher nach Baupfusch. So sah früher auch die Herlasgrüner Straße aus - zwischen Bahnübergang und Treuener Hof - bis der Winter kam - dann hatten wir die Frostaufbrüche. In den 70-ern wurde der Abschnitt dann bis zur Stadtgrenze teuer und azfwendig saniert - gehalten hat diese Straße dann jedenfalls länger als die Pflasterei in der Innenstadt.
Und was Berlin betrifft: Man kann Treuen nicht mit Berlin vergleichen, das ist wahr. Aber ich wohne immer noch in einer guten alten Platte, natürlich modernisiert und verhältnismäßig günstig. Wenn ich das mit meiner Karl-Marx-Straße 16 vergleiche, in der ich einst wohnte, dann sind meine Einkaufswege hier und heute genauso weit wie damals zum Breitfeld, zum Schneider`sch-Fleischer oder zum Kaufhaus. Selbst meine Tochter hat einen kürzeren Kita- und Schulweg gehabt als ich früher in Treuen. Vergleiche ich Treuen mit heute, dann müsste ich zum Einkaufen entweewder nach Marzahn oder Fiedrichshain fahren - nur dass ich da keinen PKW brauche, sondern mit der Öffentlichen fahren kann.
Ja, es hat sich auch in Treuen viel getan, genauso wie zu DDR-Zeiten steht der Sport natürlich an erster Stelle, aber wo bleiben die Interessen der anderen Jugendlichen? Es gibt auch junge Leute, die nicht dem Fußball, dem Tennis oder der Feuerwehr frönen. Zu meiner Zeit gab es wenigstens noch Tanz- und Disco-Veranstaltungen zu denen man auch ohne mobilen Untersatz gehen konnte.
In Kürze bin ich wieder in Treuen: 35-jähriges Schultreffen. Mal sehen, was bis dahin noch so los ist.
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| Andre' |
Eingetragen am 31.08.2010, um 17:04 |
| 20 Jahre deutsche Einheit - was ist eigentlich aus der deutsch-deutschen Städtepartnerschaft geworden? Wird die nicht mehr gebraucht? Keiine Hinweise z.B. auf der Internetseite und ach keine Schilder mehr am Ortseingang... |
| Vogtlandradler |
Eingetragen am 30.08.2010, um 19:31 |
Hallo Gosch, Ich hätte auch ohne Deine Aufforderung etwas zu dem Beitrag von M. Dressel geschrieben.Ich kann mir auch denken wer Du bist , wenn Dein Nickname die Abkürzung von Vor u. Zuname ist. Nun zu M. Dressel; Ich gebe Dir in einem Punkt Recht,was die Kreisverkehre betrifft. Alles Andere was du über Treuen schreibstempfinde ich als unnötige Nörgelei.Wenn Dir Treuen nicht gefällt dann bleib doch in Berlin.Außerdem kannst Du ja nicht Äpfel mit Birnen Vergleichen.Die Königstraße wird nie mehr so eine Buckelpiste wie zu DDR-Zeiten,denen Du anscheinend nachtrauerst.Und wie das Verkersaufkommen in der Innenstadt und die Auslastung der Parkboxen ist kannst Du wohl kaum beurteilen wenn Du einmal im Jahr hier bist.Über Alles Gute und Neue in Treuen kann ich Dich gegebenenfalls mal aufklären. |
| Gosch |
Eingetragen am 23.08.2010, um 10:12 |
Hallo Matthias, es ist doch schön, dass man wieder einmal Deine kritische "Stimme hört". :-)
Am Tag der Freigabe der "Umgehungsstraße" habe ich sie auch gleich getestet. Am "Kreutzstein" hatte ich auch so meine Gedanken .........! Vielleicht melden sich ja mal die Einwohner von Treuen zu Wort.
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| Matthias Dressel |
Eingetragen am 22.08.2010, um 14:13 |
Die Beisetzung meines Vaters führte mich wieder einmal in meine alte Heimat und auch nach Treuen in meine eigentliche Heimatstadt. Die hoch angepriesene Ortsumgehung habe ich sogleich ausprobiert - und ich war etwas enttäuscht:
Ich bin ja nun schon in Europa und in Deutschland relativ viel unterwegs gewesen und war immer wieder begeistert von den Verkehrslösungen im Ausland:
DEM GUTEN ALTEN KREISVERKEHR!
Dieser hat sich ja nun auch endlich in Deutschland herumgesprochen und rund um Berlin wurden diese leidigen und teuren Ampelanlagen deinstalliert und durch ordentliche Kreisverkehrlösungen ersetzt.
Was finde ich aber an dieser Ortsumgehung wieder?
Verkehrsampelanlagen, die in Zukunft einen Haufen Geld in der Pflege, Wartung und Instandhaltung kosten werden.
Wer plant nur solchen Unfug oder welcher "Sponsor" hat da mal wieder dahinter gesteckt?
Genauso die Anbindung über die Lengenfelder Straße, die gekappt wurde - was soll der Blödsinn eigentlich?
Wer jetzt nach Lengenfeld will, der fährt erst einmal "Ringelpietz" über die Oststraße und wer ins Zentrum will, der fährt auch noch erst einmal über Umwege - jedenfalls bisher.
Auf meiner Tour am letzten Dienstag Vormittag (um Viertel nach Zehn) hatten sich gerade einmal 2 (!) PKW auf der Umgehungsstraße "verirrt"! Einer davon musste wieder einmal einer "B"-Nummer zeigen, wie man ohne Hirn und Verstand durch ein Tempolimit "bläst" - aber das hatte der Zeitgenosse hinter mir ja für Lau, solange er sich dabei den Ar... bricht.
Als ich dann endlich nach Treuen hineinfahren wollte, da standen jedenfalls mehr PKW und LKW aus Richtung Treuen an der Abfahrt in Richtung Autohof/Treuen Schlange als ich eigentlich wegen der Umgehung dort vermutet hatte. Hier fehlt eben - ein Kreisverkehr. Zumal ja die Abfahrt an der Hartmannsgrüner Straße ja auch noch zu ist.
Sehr überrascht war ich dann in der unteren Stadt: Die teuer gepflasterte "Königstraße" wird jedenfalls nach dem nächsten Winter ihren Namen bestimmt alle Ehre machen - als "Buckelpiste". Jedenfalls erinnert die mich jetzt wenigstens wieder an meine Kindheit in den 60-ern, als jedes Jahr die Frostaufbrüche für ihre ganz eigene "Verkehrsberuhigung" sorgten. Mangels innerstädtischem Verkehrsaufkommen mutieren die Parkplätze in diesem Bereich ja auch schon wieder zu grünen Wiesen und blühenden Landschaften - solange das Zeug nicht mit "Unkraut-Ex" wieder beseitigt wird. Der Regen spült den Dreck ja dann eh in die Treba und weiter in Richtung Norden - also keine Gefahr für die Treuener Umwelt!
Irgendwie scheint es mir, dass die Stadtplaner Treuen so langsam zur "Geisterstadt" entwickeln. Da ist doch in unseren "Schlafstädten" Marzahn und Hellersdorf mehr Leben in der Bude - aber dort verkehren die Leute ja auch noch mit dem ÖPNV und den PKW's.
Es ist schon gut, ein historisches Zentrum wiederherzustellen, wenn man sich auch an die Historie halten würde, denn schließlich fuhren die Postkutschen ja früher auch ohne Umwege über die Lengenfelder Straße in Richtung Dresden weiter...
Aber lassen wir das - wenigstens sind die Gewerbegebiete gut in Schuss und schaffen hier Arbeitsplätze - Arbeitsplätze die ja in den letzten Jahren in der Stadt im Einzelhandel weggefallen sind und weiter wegfallen werden - jedenfalls solange die Fahr- und Laufkundschaft so zahlreich sein wird, wie an dem Tag als ich durch Treuen fuhr:
Ganze 2 (!) fahrende PKW und nicht einen Fußgänger(!) bekam ich bei meiner "Rundfahrt" durch die Innenstadt zu Gesicht.
Vielleicht sollten die Damen und Herren im Rathaus einmal mehr darüber nachdenken, wie man wieder Leben in die Stadt bringt, wie zu Zeiten vor der Wende, als sich der Verkehr noch durch die Stadt bewegte und nicht an Treuen vorbei.
Ein Spatz macht bekanntlich noch keinen Sommer - genauso wenig ein paar Tage Kirmes oder ein paar Ritterspiele - solange der Rest des Jahres im "Dornröschenschlaf" verbracht wird.
Trotzdem - alles Gute aus Berlin
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